Manche Menschen lernt man auf Reisen kennen und sieht sie danach nie wieder. Und dann gibt es Begegnungen, aus denen sich eine richtige Freundschaft entwickelt. Bei Uli war es bei mir genau so. Und jetzt hat sich seine Tierfamilie ziemlich überraschend vergrößert. Dieser Artikel gibt einen kurzen Einblick in meine Work-and-Travel Zeitfenster und dient gleichzeitig als Aufruf für Tier- und Hundefreunde, die dabei helfen möchten, diese besondere Herausforderung zu lösen.
Autor: Thomas W. Frick (LinkedIn-Profil / Xing-Profil)
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Am 15. August 2026 brachte Drina, eine Hündin, die gemeinsam mit einem Rüden, einer Katze und ihrem Herrchen Uli im Wohnmobil die Welt bereist, neun gesunde Welpen zur Welt. In den letzten Wochen waren somit neun blinde Passagiere an Bord des Wohnmobils, denn noch kurz vor der Geburt traf ein Doktor die Aussage, dass die Zunahme der Hündin normal sei. So reisten die seit knapp einer Woche gewachsenen Welpen unbemerkt über mehrere Wochen mit, und entsprechend groß war die Überraschung.
Inzwischen geht es allen gut. Aber aus der Überraschung wird sehr bald eine praktische Aufgabe:
WANTED: Für die Kleinen werden verantwortungsvolle neue Zuhause gesucht.

Foto: Uli Erfurth
Alles begann mit einem alten Wohnmobil
Der Kontakt zur tierischen Nomadenfamilie entstand nicht über Hunde, Katzen oder Meeresbiologie, sondern über eine alte Wohnmobilmarke. Wir kamen am Strand von Afife an der Atlantikküste in Portugal miteinander ins Gespräch. Uli hatte das größere Modell dieser Oldtimer-Baureihe, mit festem Bett. Ich kannte sein Modell nicht und schaute es mir genauer an.

So begann unsere Bekanntschaft. Später trafen wir uns wieder, arbeiteten eine Zeit lang gemeinsam in Portugal und blieben auch danach in Kontakt.
Dann lernte ich seine Tierfamilie kennen
Zu Uli gehörten damals drei Tiere: Sokrates, Drina und Ceta.

Sokrates ist ein Malinois mit einer Energie, die man als Mensch vermutlich nur schwer dauerhaft aufrechterhalten könnte. Am Strand von Afife hatte er sich einen ungefähr eineinhalb Meter langen Ast ausgesucht. Und der sollte ins Meer, immer wieder. Ich warf ihn hinein, Sokrates holte das schwere Holz zurück. Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass nicht ich mit Sokrates spielte, sondern Sokrates mich beschäftigte.

Auch später, bei einer gemeinsamen Exkursion an der Lima, zeigte er dieselbe Energie. Während wir im Wasser unterwegs waren, paddelte er mit – und anschließend wollte er natürlich sofort wieder spielen.
Und dann war da Drina
Drina habe ich als ausgesprochen liebe und kuschelige Hündin erlebt. Menschen gegenüber freundlich, bei anderen Hunden durchaus selbstbewusst.
Ironie des Schicksals? Gerade deshalb finde ich die heutige Situation besonders amüsant.

Kaum zu glauben: Ausgerechnet diese Drina zieht jetzt neun kleine Hunde groß. Und sie macht das offenbar ziemlich souverän.
Ceta war meistens unsichtbar
Und dann war da noch Ceta. Die Katze. Während meiner Zeit mit Uli habe ich sie eher selten gesehen. Sie gehörte selbstverständlich zur Familie, hatte aber offenbar sehr genaue Vorstellungen davon, wann sie sich zeigen wollte und wann nicht.

Heute stelle ich mir deshalb gern vor, wie Ceta die neue Situation beurteilt: Neun Welpen im Wohnmobil?
Vermutlich ein guter Grund, sich noch einmal nach einem ruhigeren Versteck umzusehen.
Aus einzelnen Begegnungen wurde Freundschaft
Wir waren nie eine klassische Reisegemeinschaft. Wir trafen uns an verschiedenen Orten, arbeiteten zeitweise zusammen und blieben danach in Kontakt. Wir diskutierten über Internetprojekte und künstliche Intelligenz, spielten Schach, tauschten uns über unsere alten Wohnmobile aus und redeten genauso über die kleinen Dinge des Alltags.
Irgendwann war aus einer Reisebekanntschaft eine Freundschaft geworden. Und so bekam ich natürlich auch mit, was sich bei Drina, am 15. August 2026 entwickelte.
Erst „zu dick“ – dann neun Welpen
Drina war im Juni in Portugal läufig gewesen. Eine Paarung mit Sokrates war möglich; wegen einiger unbeaufsichtigter Momente kommt aber auch ein anderer Rüde als Vater infrage.

Sicher ist bislang nur: Der Vater der Welpen ist nicht eindeutig geklärt.
Was danach passierte, ist fast noch erstaunlicher.
- Drina wurde zunehmend rund.
- Anfang August wurde sie sogar tierärztlich untersucht.
- Die Trächtigkeit wurde dabei nicht erkannt, stattdessen hielt man sie für zu dick.
- Eine Woche später kam der erste Welpe.
- Und dann der zweite Welpe.
- Und der Dritte.
- Nach rund vier Stunden waren es neun.
15. August 2026: Aus „Drina ist etwas zu dick geworden“ wurden innerhalb weniger Stunden neun Welpen.
Uli saß zu diesem Zeitpunkt mit zwei erwachsenen Hunden, einer Katze und seiner Arbeit an einem Antarktis-Buch im Baskenland. Kurze Zeit später saß er dort mit zwei Hunden, einer Katze und neun zusätzlichen Mitbewohnern.
Zwölf Tiere und ein Mensch
Die berühmte Rechnung lautet inzwischen:
Ein Meeresbiologe
+ zwei erwachsene Hunde
+ eine Katze
+ neun Welpen.
Also zwölf Tiere und ein Mensch. Auf rund zehn Quadratmetern.
Das ist keine Tierfamilie mehr. Das ist eine ziemlich beeindruckende Wohngemeinschaft. Die Kleinen entwickeln sich gut, Drina kümmert sich um sie, und inzwischen beginnt bereits die nächste Aufgabe.
Neues Zuhause gesucht: Denn natürlich können nicht neun Welpen dauerhaft im Wohnmobil bleiben.
Jetzt werden gute Zuhause gesucht
Die Welpen sollen später in verantwortungsvolle Hände vermittelt werden. Uli wird mit seiner Tierfamilie Anfang September Richtung Deutschland unterwegs sein und dabei unter anderem durch Süddeutschland reisen.
Gesucht werden Menschen, die sich bewusst sind, dass hier keine kleinen Stofftiere vermittelt werden, sondern vermutlich mittelgroße bis größere, aktive Hunde mit durchaus eigenständigem Charakter.
Spendenaufruf zur Welpenversorgung
Wer ernsthaft Interesse an einem Welpen hat, findet hier weitere Informationen, Fotos und Videos: Hilferuf von Uli Erfurth zur Vermittlung junger Welpen.

Kontaktdaten von Uli Erfurth:
Dipl.-Biol. Uli Erfurth
uli.erfurth@gmx.de
+49 152 02777325
Von der Reisebekanntschaft zur Tier-Großfamilie
Das eigentlich Verrückte an der Geschichte ist der Ort. Uli und ich haben uns ziemlich genau ein Jahr zuvor am Strand von Afife kennengelernt.
Genau dort wurde Drina ein Jahr später geschwängert.
Damals ging es um alte Wohnmobile, Sokrates’ riesigen Ast und eine zufällige Reisebekanntschaft.
Ein Jahr später begann am selben Strand die Geschichte von neun Welpen.
Manche Geschichten drehen erstaunlich schnell einen großen Kreis und landen am Ende wieder genau dort, wo sie angefangen haben.
Jetzt hoffe ich nur noch, dass auch für die neun Kleinen die Geschichte gut weitergeht, mit den richtigen Menschen und einem passenden Zuhause.

