Best Practice Definition und Tipps zur Anwendung in Unternehmen

Best Practice Definition und Tipps zur Anwendung in Unternehmen

Best Practices ruinieren vielleicht Ihr Unternehmen – wir erklären, warum. Manchmal bremst, was als bewährt gilt, Innovationen und Neuerungen eher aus. 80 % der Unternehmen verlassen sich kritiklos auf diese Methoden. Dabei übersehen sie, was früher gut war, ist womöglich nicht mehr aktuell. Echten Erfolg erzielt Unternehmen also nicht, indem man kopiert, sondern die Methoden clever anpasst. Obwohl bewährte Methoden oft gelobt werden, erreichen nur 30 % Prozent der Unternehmen den erhofften Erfolg, wenn sie diese übernehmen. Der Grund? Viele Firmen vergessen einen zentralen Faktor beim Übertragen von Praktiken, die erfolgreich waren – den Kontext. Finden Sie in diesem Artikel heraus, wie auch Sie zu jenen dreißig Prozent gehören, die erfolgreich sind.

Autor: Thomas W. Frick (LinkedIn-Profil / Xing-Profil)

Wir möchten Ihnen in diesem Artikel einen umfassenden Überblick über die Bedeutung, Anwendung und kritische Betrachtung von Best Practices geben. Dabei beleuchten wir sowohl die Chancen als auch mögliche Fallstricke dieses Konzepts für Unternehmen und Organisationen.

Hunderte Unternehmen kopierten Googles offene Arbeitskultur, da sie als Best Practice angesehen wurde. Die Kopierenden erzeugten dabei aber mehr Durcheinander als frische Ideen. Eine unliebsame Erfahrung wurde gemacht. Was einem Technikriesen nützt, bringt alteingesessene Firmen womöglich zu Fall. Der Ausweg zeigt sich nicht im bloßen Nachahmen, vielmehr entdeckt man ihn, wenn man die tieferen Mechanismen begreift. Wie jetzt? Ist Best Practice gut oder nicht gut? Das lässt sich beantworten, indem wir zuerst über die Herkunft und der Definition informieren.

Was versteht man unter dem Begriff „Best Practice“?

Der Begriff „Best Practice“ stammt ursprünglich aus der angloamerikanischen Betriebswirtschaftslehre und bezeichnet bewährte, optimale bzw. vorbildliche Methoden, Praktiken oder Vorgehensweisen in Unternehmen. Heute wird der Ausdruck auch allgemeiner für die Erfolgsmethode oder bestmögliche Methode in verschiedenen Bereichen verwendet.

Wie lautet die Definition und was bedeutet Best Practice?

Was genau bedeutet „Best Practice“ und woher stammt der Begriff?

Der Ausdruck „Best Practice“ lässt sich am besten mit „bewährte Praxis“ oder „Erfolgsmethode“ ins Deutsche übersetzen. Er bezeichnet Verfahren, Methoden oder Vorgehensweisen, die sich in der Praxis als besonders erfolgreich erwiesen haben. Best Practices sind gewissermaßen Musterlösungen für wiederkehrende Aufgaben oder Probleme. Sie basieren auf Erfahrungen und haben sich in der Anwendung bewährt. Es handelt sich dabei nicht um starre Regeln, sondern um flexible Empfehlungen, die an die jeweilige Situation angepasst werden können.

TOM FRICK empfiehlt, Best Practices als Orientierung zu nutzen, aber nicht blind zu kopieren. Jedes Unternehmen muss prüfen, ob und wie sich bewährte Methoden auf die eigene Situation übertragen lassen. In Best Practice Sessions, teil er seine Erfahrungen.

Ursprünglich stammt das Konzept aus der US-amerikanischen Managementlehre der 1980er Jahre. Es wurde entwickelt, um erfolgreiche Vorgehensweisen zu identifizieren und anderen Unternehmen als Vorbild zur Verfügung zu stellen. Inzwischen hat sich der Begriff weit über die Betriebswirtschaft hinaus verbreitet und findet in vielen Bereichen Anwendung.

Zu den Kernmerkmalen von Best Practices gehören:

  • Bewährung in der Praxis
  • Effizienz und Effektivität
  • Übertragbarkeit auf ähnliche Situationen
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
  • Dokumentation und Weitergabe des Wissens

Best Practices sind also mehr als nur Theorie – sie haben sich im Unternehmensalltag als besonders zielführend erwiesen. Gleichzeitig sind sie nicht in Stein gemeißelt, sondern können und sollten bei Bedarf angepasst werden.

Wo ist der Ursprung des Best Practice-Ansatzes und wie hat er sich entwickelt?

Wie hat sich das Konzept der Best Practices über die Jahre entwickelt? Die Idee, von den Besten zu lernen, ist natürlich nicht neu. Schon der griechische Philosoph Aristoteles betonte die Bedeutung von Vorbildern für das Lernen. Das moderne Konzept der Best Practices entstand jedoch erst in den 1980er Jahren im Zuge des Qualitätsmanagements.

Einen wichtigen Impuls gab die Studie „In Search of Excellence“ von Tom Peters und Robert H. Waterman aus dem Jahr 1982. Die Autoren untersuchten besonders erfolgreiche US-Unternehmen und leiteten daraus Erfolgsfaktoren ab. Dies legte den Grundstein für den systematischen Vergleich und die Übernahme erfolgreicher Methoden.

Ab1990 gewann das Benchmarking an Bedeutung – also der systematische Vergleich mit den Besten einer Branche. Unternehmen begannen, gezielt nach Best Practices zu suchen und diese zu adaptieren. Mit der zunehmenden Globalisierung weitete sich der Blick auch über Länder- und Branchengrenzen hinweg aus.

TOM FRICK empfiehlt, bei der Suche nach Best Practices den Blick auch über den eigenen Tellerrand zu wagen. Manchmal finden sich die besten Lösungen in ganz anderen Branchen oder Kulturen.

Heute ist der Best Practice-Ansatz in vielen Bereichen etabliert, von der Unternehmensführung über IT bis hin zu Verwaltung und Non-Profit-Organisationen. Gleichzeitig wächst aber auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept.

Anwendungsbereiche von Best Practice

In welchen Bereichen kommen Best Practices zum Einsatz?

Best Practices finden in nahezu allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft Anwendung. Einige wichtige Anwendungsfelder sind:

  • In der Unternehmensführung geht es um optimale Methoden in Bereichen wie Strategie, Führung oder Change Management. Ein Beispiel ist der vielfach kopierte Führungsstil des Tech-Giganten Google.
  • Best Practices helfen bei der Prozessoptimierung, indem Abläufe stetig effizienter gestalten werden. Das reicht von der Optimierung von Produktionsprozessen bis hin zu verbesserten Kundenservice-Abläufe.
  • Im Qualitätsmanagement basieren viele Qualitätsstandards wie ISO 9001 auf Best Practices. Sie geben Orientierung für optimale Qualitätssicherungsprozesse.
  • In der IT-Branche sind Best Practices weit verbreitet, etwa bei der Programmierung oder dem Projektmanagement. Ein Beispiel sind die ITIL-Richtlinien für IT-Service-Management.
  • Projektmanagement-Methoden wie PRINCE2 oder der PMBOK Guide des Project Management Institute fassen bewährte Projektmanagement-Praktiken zusammen.
  • Auf im Marketing und Vertrieb gibt es zahlreiche Best Practices, etwa für Kundenakquise, Social Media Marketing oder Verkaufsgespräche.
  • Von Recruiting-Methoden bis hin zu Mitarbeiterbindungsstrategien – im HR-Bereich orientieren sich viele Unternehmen an Best Practices.
  • Nachhaltigkeit und CSR werden zunehmend wichtiger und nutzen Best Practices für nachhaltiges und sozial verantwortliches Wirtschaften.

Wie erhält man Zugriff auf Best Practice?

Die Identifikation und Implementierung von Best Practices erfolgt oft durch:

  1. Benchmarking: Vergleich mit den Besten der Branche
  2. Erfahrungsaustausch in Netzwerken oder Fachverbänden
  3. Analyse von Fallstudien und Best Practice-Datenbanken
  4. Beratung durch externe Experten
  5. Interne Prozessanalysen und Verbesserungsprojekte

Best Practice im Qualitätsmanagement

Welche Rolle spielen Best Practices speziell im Qualitätsmanagement?

Im Qualitätsmanagement nehmen Best Practices eine zentrale Rolle ein. Sie bilden oft die Grundlage für Qualitätsstandards und -zertifizierungen. Das Ziel ist, durch Anwendung bewährter Methoden die Qualität von Produkten und Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern.

Ein Pionier des Qualitätsmanagements, W. Edwards Deming, prägte den Satz: „If you can’t describe what you are doing as a process, you don’t know what you’re doing.“ (Wenn Sie nicht beschreiben können, was Sie tun, als einen Prozess, wissen Sie nicht, was Sie tun.) Dieses Zitat unterstreicht die Bedeutung klar definierter und optimierter Prozesse – also Best Practices – im Qualitätsmanagement.

Best Practices im Qualitätsmanagement umfassen beispielsweise:

  • Methoden zur Fehlervermeidung wie Six Sigma
  • Kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP)
  • Standardisierte Abläufe und Checklisten
  • Mitarbeiterschulungen und Qualifizierungsmaßnahmen
  • Systematisches Feedback-Management

Diese Praktiken zielen darauf ab, Fehler zu minimieren, Prozesse zu optimieren und letztlich die Kundenzufriedenheit zu steigern. Viele dieser Methoden haben ihren Ursprung in der japanischen Automobilindustrie, insbesondere bei Toyota, und wurden von dort weltweit übernommen.

TOM FRICK empfiehlt, Qualitätsmanagement nicht als lästige Pflicht, sondern als Chance zur kontinuierlichen Verbesserung zu sehen. Best Practices können dabei helfen, schneller und effizienter zu Spitzenleistungen zu kommen.

Allerdings ist es wichtig, Best Practices im Qualitätsmanagement nicht als starre Vorgaben zu verstehen. Sie sollten vielmehr als Ausgangspunkt für eine an die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens angepasste Qualitätsstrategie dienen.

Vorteile und Nachteile von Best Practice-Ansätzen

Welche Chancen und Risiken birgt die Orientierung an Best Practices?

Die Anwendung von Best Practices bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile, bringt aber auch potenzielle Nachteile mit sich. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept ist daher wichtig.

Was sind die Vorteile?

  • Effizienzsteigerung durch Nutzung bewährter Methoden
  • Vermeidung von „Fehler des Anfängers“
  • Zeitersparnis bei der Lösungsfindung
  • Risikominimierung durch erprobte Vorgehensweisen
  • Qualitätsverbesserung und Standardisierung
  • Erleichterung von Benchmarking und Leistungsvergleichen

Welche Nachteile stehen gegenüber?

  • Gefahr der unreflektierten Übernahme unpassender Methoden
  • Möglicherweise Hemmung von Innovation und kreativen Lösungen
  • Vernachlässigung des spezifischen Kontexts
  • Eventuell falsche Sicherheit durch vermeintlich „beste“ Lösung
  • Aufwand für Identifikation und Implementierung von Best Practices
  • Mögliche Probleme bei der Übertragung auf andere Kulturen oder Märkte

Der britische Management-Vordenker Charles Handy warnte: „The best way to predict the future is to create it.“ (Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist sie zu erschaffen.) Dies unterstreicht die Bedeutung von Innovation gegenüber reiner Nachahmung.

Eine ausgewogene Herangehensweise ist daher ratsam. Best Practices können als Inspiration und Orientierung dienen, sollten aber kritisch hinterfragt und an die eigene Situation angepasst werden.

Best Practice vs. Innovation vs. Benchmarking – ein Spannungsfeld?

Wie lassen sich bewährte Methoden und innovative Ansätze in Einklang bringen?

Zwischen der Orientierung an Best Practices und dem Streben nach Innovation besteht ein gewisses Spannungsfeld. Einerseits bieten bewährte Methoden Sicherheit und Effizienz, andererseits sind in einer sich schnell wandelnden Welt oft neue, kreative Lösungen gefragt.

Der Innovationsexperte Clayton Christensen warnte: „Die Unternehmen, die es versäumen, ihre Erfolgsmodelle zu hinterfragen, werden von der nächsten Welle der Innovation überrollt.“ Dies unterstreicht die Notwendigkeit, auch etablierte Best Practices immer wieder kritisch zu überprüfen.

Um Best Practices und Innovation in Einklang zu bringen, empfehlen sich folgende Strategien:

  1. Best Practices als Ausgangspunkt, nicht als Endpunkt betrachten
  2. Regelmäßige Überprüfung und Anpassung von Best Practices
  3. Förderung einer Kultur des kontinuierlichen Lernens und Verbesserns
  4. Kombination von Best Practices mit innovativen Elementen
  5. Offenheit für disruptive Ideen, die bestehende Praktiken infrage stellen

Letztlich geht es darum, eine Balance zwischen Stabilität und Wandel zu finden. Best Practices können eine solide Grundlage bieten, auf der Innovationen aufbauen können.

Benchmarking und Best Practice

Wie hängen Benchmarking und Best Practices zusammen?

Benchmarking und Best Practices sind eng miteinander verknüpft. Benchmarking ist der systematische Vergleich mit den Besten einer Branche oder eines Bereichs. Es dient dazu, Best Practices zu identifizieren und von ihnen zu lernen.

Der Prozess des Benchmarking umfasst typischerweise folgende Schritte:

  1. Analyse der eigenen Prozesse und Leistungen
  2. Identifikation geeigneter Vergleichspartner
  3. Datenerhebung und -analyse
  4. Ableitung von Verbesserungspotenzialen
  5. Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen

Durch Benchmarking können Unternehmen ihre eigene Position im Wettbewerb bestimmen und Ansatzpunkte für Verbesserungen finden. Best Practices der Vergleichsunternehmen dienen dabei als Inspiration und Orientierung.

Allerdings birgt Benchmarking auch Herausforderungen:

  • Die Übertragbarkeit von Best Practices ist nicht immer gegeben
  • Es besteht die Gefahr, sich zu sehr an der Konkurrenz zu orientieren
  • Der Fokus liegt oft auf messbaren Größen, weiche Faktoren werden vernachlässigt
  • Benchmarking kann zu einer „Aufholjagd“ führen, statt eigene Stärken zu entwickeln

Welche Kritik gibt es am Best Practice-Konzept?

Welche Kritikpunkte gibt es am Konzept der Best Practices?

Trotz seiner weiten Verbreitung steht das Best Practice-Konzept auch in der Kritik. Einige Hauptkritikpunkte sind:

  • Was in einem Unternehmen oder einer Branche funktioniert, lässt sich nicht immer auf andere Kontexte übertragen. Kulturelle, strukturelle oder marktspezifische Unterschiede werden oft unterschätzt.
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  • Best Practices basieren auf Erfahrungen aus der Vergangenheit. In einer sich schnell wandelnden Welt können diese Erfahrungen schnell überholt sein.
  • Die Orientierung an Best Practices kann dazu führen, dass eigene, möglicherweise bessere Lösungsansätze nicht entwickelt oder umgesetzt werden.
  • Durch den Fokus auf eine „beste“ Methode werden andere, vielleicht ebenso gute oder sogar bessere Alternativen möglicherweise übersehen.

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